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  • Christian Riedel

Die Zukunft des Euro – Was passiert mit unserem Geld

Der Euro macht zurzeit die größte Krise seit seiner Einführung durch. Das gilt aber nicht nur für die Währung. Auch die Münzen und Scheine stehen auf dem Prüfstand. Und es könnte sich schon bald einiges ändern.

Eine Währungsreform bedeutet, dass relevante Merkmale einer Währung geändert werden. Im wörtlichen Sinne stehen wir also mitten in einer Währungsreform. Den Auftakt machte die Einführung des neuen 5 Euro Scheins Anfang Mai 2013. Das neue Modell soll länger haltbar sein und weniger leicht gefälscht werden können. Jeweils ein Jahr später werden der 10- und der 20-Euro Schein ebenfalls durch eine neue Banknote ersetzt.


Chaos beseitigt


Das Chaos, das der neue Fünfer mit sich gebracht hat, scheint langsam überwunden zu sein. Die meisten EU-Bewohner hatten den Schein schon einmal in der Hand und halten die neue Banknote nicht mehr für Falschgeld. Auch die Softwaren der meisten Automaten ist mittlerweile auf den neuesten Stand gebracht, sodass man sowohl mit dem alten wie auch mit dem neuen Schein bezahlen kann. Aufgrund der Erfahrungen mit dem renovierten Fünfer bleibt zu hoffen, dass die Einführung der nächsten Banknoten mit weniger Problemen verbunden ist.

Weniger Klimpergeld?


Mit den Scheinen ist die Währungsreform aber nicht beendet. Aktuell gibt es Überlegungen, innerhalb der EU die 1 und 2-Cent Münzen abzuschaffen. Der Grund ist so einfach wie logisch. Denn der Wert der Münzen ist deutlich kleiner als das Material und die Herstellung kosten. Das Prägen der kleinen Münzen ist für die EU-Staaten ein Minusgeschäft. Seit der Euro im Jahr 2002 eingeführt wurde, beträgt der Verlust durch die Herstellung der kleinen Münzen laut EU-Kommission rund 1,4 Milliarden Euro. Da die Rohstoffpreise stark steigen, ist anzunehmen, dass das Minus schnell wachsen wird, sofern man die kleinen Geldstücke weiter prägen will. Ob sich das die EU-Länder leisten können und wollen ist zumindest fraglich.


Die Auswirkungen


Für den deutschen Einzelhandel wäre der Verlust der kleinen Münzen eine enorme Umstellung. Schließlich müsste man alle Preise ab- bzw. aufrunden, wobei wahrscheinlich nur die wenigsten Händler ihre Preise abrunden würden. Laut Verbandschef Stefan Genth im Gespräch mit der Bild-Zeitung kommt das aber nicht infrage. Dass es funktionieren könnte, zeigen aktuell mehrere Lebensmittelketten wie Netto, Pennymarkt oder Kaufland, wo man an der Kasse den Preis für den Einkauf bereits aufrunden kann. Die verschenkten Cent kommen dann wohltätigen Zwecken zugute. Und wenn man ehrlich ist, bedeuten die kleinen Münzen oft nur ein unnötiges Gewicht im Geldbeutel.


Die Alternative


Nach US-Vorbild denken mehrere Verantwortliche in der EU über die Einführung von 1- und 2-Euro Scheinen nach. Diese sollen angeblich die Akzeptanz der Währung im Ausland steigern und das Zahlen von Trinkgeld vereinfachen. Wie und warum das funktionieren soll, ist nicht ganz klar. Aber zumindest würden die kleinen Scheine das Gewicht im Geldbeutel spürbar verringern. Man darf in jedem Fall gespannt sein, wie die aktuelle Währungsreform ausgehen wird.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team