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  • Christian Riedel

Was es bedeutet, eine Marke zu sein

Eine Marke zu werden, ist für ein Unternehmen das wichtigste Ziel, um auch langfristig erfolgreich zu sein. Aber was versteht man unter einer Marke genau und welche Schritte sind notwendig, um zu einer Marke zu werden?
Es gibt einige Unternehmen, bei denen wir direkt etwas fühlen, wenn wir nur den Namen hören. Dazu gehören beispielsweise Mercedes, apple oder zumindest vor einigen Jahren auch Marlboro. Diese Unternehmen haben etwas geschafft, wovon viele andere Betriebe träumen. Sie haben ihr Unternehmen zur Marke gemacht. Denken wir an Mercedes, denken wir automatisch an Luxus und Zuverlässigkeit. Bei apple ist die Meinung gespalten. Während die einen Fans der Marke sind und von der Qualität der Produkte, von der Bedienbarkeit und dem Design begeistert sind, lehnen viele andere die Firmenpolitik ab. Dennoch ist apple ein typisches Lifestyle-Produkt der heutigen Zeit. Und Marlboro stand jahrelang für Freiheit und Unabhängigkeit. Wer sich ein entsprechendes Produkt kauft, legt sich somit auch einen Teil des Firmen-Images zu und kauft Freiheit, Luxus oder modernen Lifestyle.

Marken sind Gefühle


Eine Marke ist dabei viel mehr als ein Produkt, das Firmenlogo, die Corporate Identity, die Werbung, ein Slogan oder die Umsetzung verschiedener Marketingmaßnahmen. Eine Marke ist etwas, was die Menschen berührt, im Bewusstsein ist und Kunden zu Fans macht, die der Marke über Jahre hinweg treu bleiben. Eine Marke weckt in uns ein gewisses Gefühl, das wir entweder mögen oder nicht. Dennoch kann es helfen, zu einer Marke zu werden, da es die Kunden langfristig an das Unternehmen bindet.

Jeder kann Marke werden


Während die Produkte austauschbar sind, bleibt die Marke über Jahrzehnte bestehen. Doch niemand wird über Nacht zu einer Marke. Dafür benötigt man Zeit, Willenskraft, Tatkraft, Mut und vor allem eine Vision. Alle Schritte, die man unternimmt, um zu einer Marke zu werden, müssen dafür einem roten Faden folgen. Das gilt für die Corporate Identity ebenso wie für das Auftreten der Mitarbeiter und die Zusammenfassung aller Marketing-Maßnahmen. Auch kleine Betriebe, Handwerker oder Selbständige können zur Marke werden. Wichtigste Voraussetzung für jeden einzelnen ist dabei, dass man sich grundsätzlich überlegt, wofür man selber und seine Marke stehen soll.

Überlegen Sie sich, welche Botschaft Sie mit Ihrem Unternehmen transportieren wollen. Mögliche Botschaften sind:

  • Fleiß
  • Sauberkeit
  • Freundlichkeit
  • Günstiger Preis
  • Hochwertige Arbeit
  • Lifestyle
  • Schnelligkeit

Aber auch abstraktere Themen können eine Marke ausmachen wie zum Beispiel:

  • Freiheit
  • Unabhängigkeit
  • Treue
  • Stärke

Sobald man hier zu einem Entschluss gekommen ist, sollte man seinem Unternehmen eine Ist-Analyse unterziehen, um herauszufinden, wo man steht und ob man vielleicht schon ein Bild im Kopf seiner Kunden erzeugt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen:

  • Wo steht mein Unternehmen?
  • Wofür steht mein Unternehmen?
  • Wofür soll mein Unternehmen stehen?
  • Was sind meine Stärken und Schwächen?
  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Wie sieht mich meine Zielgruppe?

Hier kann es Sinn machen, einen externen Berater hinzuzuziehen, da er einen unvoreingenommenen Blick auf das Unternehmen werfen kann und weder durch Erfahrungen noch Emotionen an das Unternehmen gebunden ist. Ein externes Unternehmen ist unabhängig, objektiv und unbefangen, während man sich selber oft Probleme schönredet, verharmlost oder durch Befangenheit für viele Fehler und Schwierigkeiten betriebsblind ist. Zudem kann ein externes Unternehmen eine Art Sparringspartner sein, mit dem man den Ernstfall proben kann. Erst wenn diese interne Analyse abgeschlossen ist, kann man zum nächsten Schritt übergehen.

Polarisieren


Etwas schwieriger ist im Anschluss die Umsetzung. Schließlich hängt dies auch immer vom Image ab, das man seinem Unternehmen vermitteln will. Entscheidend ist, dass man in allem, was man unternehmerisch unternimmt, sich und seiner potentiellen Marke treu bleibt. Wenn man das nicht schafft, kann man es auch gleich sein lassen. Der rote Faden muss immer erkennbar sein. Das heißt aber auch, dass man es akzeptieren muss, wenn einige Kunden sich von einem abwenden. Man kann es eben nicht jedem recht machen. Die Billig-Fluglinie „Ryan Air“ bietet ja auch keine hochwertigern Tickets mit besserem Service an. Wenn sie das tun würde, würde sie sich untreu werden und die Kunden verwirren. So hat sich die Fluglinie ein Image aufgebaut, das polarisiert. Wenn man aber dieses Image mag, wird man immer wider mit Ryan Air fliegen.

So etwas kann jedes Unternehmen erreichen. Man muss eben nur eine Idee haben, den Mut, auch Konventionen zu überwinden und sich und seinen Ideen treu bleiben.

Mehr Informationen unter www.as-dialoggroup.de/
Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team