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  • Jörg Birkel

Elektronische Kontrolle reduziert Nebeneffekte von Medikamenten

Für Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage, heißt es in jeder Medikamentenwerbung. Und folgt man dieser Anweisung, kann einem manchmal bange werden. Die Liste möglicher Nebenwirkungen ist häufig lang und erschreckend.





Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie ließe sich die Liste der Nebenwirkungen durch neue Kontrollverfahren verkürzen. Ein Teil dieser Nebenwirkungen entstehe, weil die Medikamente im ganzen Körper wirken und nicht nur an der Stelle, wo sie gebraucht würden.

 

Neue Hightech-Verfahren sollen nun dafür sorgen, dass die Wirkstoffe gezielter im Körper transportiert werden. Dabei handelt es sich der Studie zufolge um elektronisch kontrollierte Medikamente. Es gebe intelligente Medikamententräger, die den daran geknüpften Wirkstoff bei Bedarf freisetzen könnten.

 

Dabei komme so genanntes Nanomaterial zum Einsatz, welches als Träger die Wirkstoffe in den Körper transportiere und diese zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmte Dosierung freisetze. Ein spezieller Nanoträger könne zudem so beschichtet werden, dass er Strom leite und würde mit einer Elektrode ummantelt.

 

Dieser Hightech-Träger wurde in einem Versuch mit einem entzündungshemmenden Medikament beladen. Mit einem elektrischen Signal ist es den Wissenschaftlern gelungen, eine dosierte Menge des Wirkstoffes anzugeben. Dieser Vorgang ließe sich
beliebig oft wiederholen. Auch die abgegebene Wirkstoffmenge könne durch die dicke des Nanoträgers variiert werden.

 

Die Wissenschaftler versprechen sich davon einen großen Nutzen im Kampf gegen bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise Epilepsie, weil das Medikament quasi auf Abruf im Körper gelagert werden könnte. Wann solche elektronisch kontrollierten Medikamente auf den Markt kommen könnten, ist bisher noch nicht bekannt.

 

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team