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  • Christian Riedel

Börsenlatein: Was ist der DAX?

Redet man über die Börse, fällt irgendwann auch der Begriff DAX. Aber was verbirgt sich hinter dem Deutschen Aktienindex und welche Rolle spielt er an der Börse?

Im Deutschen Aktienindex (DAX) werden die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen zusammengefasst, die an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Bei seiner Einführung am 1. Juli 1988 war er als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu bereits bestehenden Aktienindizes in Deutschland gedacht. Doch mittlerweile hat der sich DAX sowohl national als auch international zum wichtigsten Index entwickelt.

 

Neben dem DAX gibt es beispielsweise noch den DAX 100, bei dem die 100 liquidesten Unternehmen zusammengefasst werden. Der ÖkoDAX umfasst nur Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und im TecDAX werden nur Unternehmen aus der Technikbranche gehandelt. Da der DAX branchenunabhängig ist und nur die größten Unternehmen berücksichtigt, kann er direkten Aufschluss über die aktuelle Wirtschaftslage geben.

 

Wie wird der DAX berechnet?

 

Im DAX werden nicht alle beteiligten Unternehmen gleich gewichtet. Vielmehr basiert die Berechnung auf der Indexformel des deutschen Nationalökonomen Étienne Laspeyres bei dem die jeweiligen Unternehmen unterschiedlich auf den Gesamtindex einwirken. Eine Rolle spielt hier nur die Marktkapitalisierung der sich in Streubesitz befindlichen Aktien.

 

Grundsätzlich basiert der Index auf den Kursen, die vom elektronischen Handelssystems „Xetra“ berechnet werden. In der Regel beginnt die Berechnung um 9Uhr morgens, wenn für alle im DAX geführten Unternehmen eine Kursnotierung vorliegt, aber spätestens um 9:03Uhr. Hat ein Unternehmen bis dahin keine Kursnotierung, wird der Wert vom Börsenschluss des Vortages herangezogen. Der DAX schließt mit der Xetra-Schlussberechnung um 17:30Uhr. Nach der Schlussauktion wird von der Deutschen Börse AG noch der so genannte L-DAX (Late DAX), also der späte DAX veröffentlicht. Dies geschieht zwischen 17:30 und 20 Uhr. Hierfür ist der Parketthandel in Frankfurt maßgeblich. Seit dem 1. Januar 2006 wird der DAX sekündlich aktualisiert.

 

Auswahlkriterien: Welche Unternehmen sind im DAX?

 

Im DAX werden die 30 größten deutschen Unternehmen zusammengefasst. Dazu zählen beispielsweise Daimler, adidas oder die Lufthansa. Voraussetzung für die Aufnahme in den DAX ist nicht nur die Wirtschaftskraft, sondern auch, dass sich mindestens 10 Prozent der Aktien in Streubesitz befinden. Zudem muss ein Sitz des Unternehmens oder der Schwerpunkt des Handelsumsatzes an Aktien in Deutschland sein.

 

Die Firmen im DAX werden regelmäßig überprüft. So kann ein Unternehmen aus dem DAX fliegen, wenn es beispielsweise nach Orderbuchumsatz oder Streubesitz-Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 40 größten Unternehmen in Deutschland zählt. Viermal im Jahr wird analysiert, welche Unternehmen die Berechtigung haben, dem DAX anzugehören. Auch bei außergewöhnlichen Vorkommnissen wie einer Übernahme oder gravierenden Veränderungen kann die Zusammensetzung des DAX geändert werden.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team