Börsenlatein: Wie kam die Börse zu ihrem Namen? istockphoto.com/H-Gall
  • Christian Riedel

Börsenlatein: Wie kam die Börse zu ihrem Namen?

Die Börse ist der Ort, an dem sich die finanziellen Geschicke unsere Welt entscheiden. Doch wie kam die Börse zu ihrem Namen, wer darf an der Börse handeln und welche Arten gibt es? Businessandmore.de klärt auf.

Der Begriff „Börse“ bezeichnet nicht nur den Markt, an dem Wertpapiere oder Waren gehandelt werden, sondern etwas altertümlich auch unseren Geldbeutel. Etymologisch stammt „Börse“ vom mittellateinischen „bursa“ ab, was so viel bedeutet wie Ledertasche oder Geldsäckchen. Schließlich trug man früher seine Münzen in einem entsprechenden Beutel mit sich herum. Bursa stammt dabei vom altgriechischen „byrsa“ ab, was übersetzt abgezogene Tierhaut bzw. Fell bedeutet.

 

Warum die Börse aus Holland kommt

 

Die Börse wie wir sie heute kennen, hat also zunächst nichts mit dem Gebäude zu tun, in dem Geldgeschäfte getätigt werden. Dennoch lässt sich ein Bedeutungswandel von der Antike zum heutigen Tag feststellen. Von dem Ort Börse, an dem Wertpapiere gehandelt werden, sprach man erstmals im 16. Jahrhundert, zur Zeit des europäischen Frühkapitalismus. Dabei geht der Begriff auf die in Brügge ansässige holländische Familie „van der B(e)urse“ zurück. In dem Familienwappen der Kaufmannsfamilie waren drei Geldbeutel abgebildet, worauf sich der Familienname bezieht. Im Haus der Familie fanden regelmäßig geschäftliche Zusammenkünfte mit anderen Kaufmannsfamilien statt. So wurde das holländische Wort „borse“ zunächst auf das Haus und später auf das Treffen der Händlerfamilien aus mehreren europäischen Ländern in den internationalen Sprachgebrauch übernommen.

 

Welche Börsen gibt es?

 

Neben der Wertpapierbörse, die den meisten als erstes in den Sinn kommen dürfte und bei der Aktien und Wertpapiere gehandelt werden, gibt es weitere Arten der Börse. So gibt es die Warenbörse, bei der konkrete Waren gehandelt werden. Zunächst wurden in erster Linie landwirtschaftliche Güter gehandelt. Heute gibt es viele verschiedene Warenbörsen, die auf spezielle Güter wie Edelsteine oder Kaffee spezialisiert sind. Weiter gibt es Terminbörsen. Hier werden Warentermingeschäfte abgewickelt und mit Derivaten gehandelt. Eine weitere Form ist die Devisenbörse, auf der mit internationalen Währungen gehandelt wird. Zudem gibt es verschiedene börsenähnliche Märkte, bei denen beispielsweise Dienstleistungen für Geschäfte im Verkehrs- und Versicherungsbereich gehandelt werden.

 

Wie wird gehandelt?

 

In der Börse wird überwiegend von Person zu Person verhandelt und Geschäfte per Gespräch abgewickelt. Da alles in einem Raum stattfindet, wird hier auch von einer Präsenzbörse oder vom Parketthandel gesprochen. In der heutigen Zeit besteht aber auch die Möglichkeit, die Börsen-Geschäfte per Computer abzuwickeln. Bei diesen Computerbörsen, wie das Handelssystem „Xetra“ übernimmt ein spezielles Computerprogramm den Aufgabenbereich des Maklers. Teilweise sitzen auch die Makler selber vor dem Rechner, um die entsprechenden Eingaben zum Ein- oder Verkauf der zu handelnden Güter zu tätigen.

 

Wer handelt?

 

Um an einer Börse als Makler tätig zu sein, bedarf es neben einer entsprechenden Berufsausbildung und praktischer Erfahrung auch finanzieller Mittel oder Sicherheiten in Form von Bürgschaften, um die Geschäfte abzusichern. So wird gewährleistet, dass nicht jeder Zugang zum Börsenhandel bekommt und die Zahl der Makler kontrolliert werden kann.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team