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  • Marco Heibel

Was ist der Relative Stärke-Index?

Unzählige Faktoren beeinflussen die Entwicklungen an den Börsen dieser Welt. Aus diesem Grund sind Kursentwicklungen nicht vorherzusagen. Dank des Relative Stärke-Index kann man aber auf wahrscheinliche Entwicklungen schließen.

Wie der Name schon erahnen lässt, setzt man die Entwicklung eines einzelnen Börsentitels in Relation zum Kursverhalten des Gesamtmarktes (repräsentiert durch einen Aktienindex, wie DAX, Dow Jones oder Nikkei). Wenn sich nun der Einzeltitel stärker entwickelt als der Vergleichswert, spricht dies für seine innere Stärke.

Der Relative Stärke-Index

Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist eine Methode, die relative Stärke eines Einzeltitels zu ermitteln und zu veranschaulichen. Entwickelt wurde der Indikator im Jahr 1978 von dem US-Amerikaner J. Wallace Wilder. 

Zur Ermittlung des Relative Stärke-Index wird für eine bestimmte Periode die prozentuale Kursveränderung der Aktie durch die des Referenzwertes geteilt. Das Ergebnis (RS) wird so umgerechnet, dass sich ein Index von 0 bis 100 Prozent ergibt. Die Formel hierzu lautet: RSI=100-100/(1+RS).

Wilder legte bei seinem Verfahren ursprünglich eine Zeitspanne von 14 Börsentagen zu Grunde. Mittlerweile haben sich jedoch auch andere Werte, etwa 9, 11 oder gar 25 Tage als Betrachtungszeitraum etabliert. Je länger die Spanne, desto verlässlicher sind die RSI-Werte.

Überschreitet der RSI einer Aktie die 70%-Marke, wird dies am Markt als das Ende eines Aufwärtstrends gewertet. Unterschreitet die Aktie die 30%-Marke, wird dies oft als die Umkehr eines Abwärtstrends interpretiert. Allerdings sind dies nur Richtwerte. Bei einem Bullenmarkt, also einer positiven Stimmung, kann der obere Wert auch auf 80% rutschen, der untere auf 40%. Bei einem Abwärtstrend (Bärenmarkt) werden oft Grenzwerte von 60% bzw. 20% fixiert.

Aussagekraft des Relative Stärke-Index

Fällt der Wert unter den unteren Grenzwert, ist dies oft ein Signal, das der Markt aktuell von Verkäufern dominiert ist, der Kurs sich also bald erholen könnte. Hier liegt oft ein großes Gewinnpotenzial für Käufer. Im Umkehrschluss sind nach RSI Rückschläge zu erwarten, wenn der obere Wert durchbrochen wird.

Allerdings sollte der RSI jedoch nie als alleiniges Entscheidungskriterium benutzt werden, da er auch falsche Signale aussenden kann.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team