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Wie der Weltmarkt den Edelmetallpreis bestimmt

Silber im Aufschwung

Viele Experten sind sich einig: Aktuell ist der Preis von Silber unterbewertet. Angesichts der stetig wachsenden Nachfrage, beispielsweise aus der Solarzellen- und Windkraftbranche, glauben sie, dass das Edelmetall wieder an Wert gewinnt. Wovon die Bewertung an der Börse abhängt und wie sich der Preis in den letzten vier Jahrzehnten entwickelt hat, erklärt der Geschäftsführer der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG, Dominik Lochmann.

Silber und der Weltmarkt

Silber gehört zu den volatileren, das heißt schwankenden Anlagewerten. Dies liegt vor allem an seiner Abhängigkeit von der restlichen Wirtschaft. Bis zur Hälfte der Nachfrage für das leicht verformbare Material stammt aus der Industrie. „Wenn also bestimmte Zweige wie die erneuerbaren Energien florieren, wächst auch die Nachfrage nach dem Edelmetall und der Preis steigt“, betont der ESG-Experte. In den letzten vierzig Jahren konnten zwei extreme Preisniveaus verzeichnet werden: einmal aufgrund von Preismanipulation weniger Privatanleger, ein anderes Mal wegen steigenden Interesses zu Zeiten der Eurokrise.

Spekulationsblase in den achtziger Jahren

Als Nelson Bunker Hunt und sein Bruder William Mitte der siebziger Jahre ins Silbergeschäft einsteigen, wissen sie noch nicht, was auf sie zukommt. Durch das Erbe ihres Vaters und risikoreiche Ölgeschäfte reich geworden, finden die beiden das Edelmetall aus zwei Gründen reizvoll: Ihre tiefe Skepsis gegenüber der amerikanischen Regierung lässt sie glauben, dass der Dollar früher oder später einbricht und dass ihnen Silber als eine stabile Alternativwährung dient. Auch gilt der Markt damals als besonders überschaubar und dementsprechend einfach zu kontrollieren. Dies machen sich die zwei Brüder zunutze. Mit immer mehr Einkäufen sorgen sie dafür, dass sowohl der Eindruck von extremer Nachfrage als auch Knappheit entsteht. In kürzester Zeit steigt der Preis von etwa fünf auf 50 Dollar pro Feinunze. Bunker und William Hunt besitzen zu diesem Zeitpunkt etwa die Hälfte der amerikanischen Silbervorräte. Doch das Erfolgskonzept hält nicht lange an. Über Nacht passt die Börsenaufsicht New York Commodities Exchange die Regeln für den Erwerb des Edelmetalls an. „Am 27. März 1980, heute als ‚Silver Thursday‘, dem Silberdonnerstag, bekannt, schlägt die Nachricht ein wie eine Bombe“, erklärt Lochmann. Der Preis rutscht auf 10 US-Dollar und fällt in den darauffolgenden Monaten noch tiefer. Bunker und William gehen in der Folge erst Bankrott und werden schließlich 1988 wegen Preismanipulation verurteilt.

Silber als Krisenwährung

Bis sich der Markt wieder erholt hat, dauert es allerdings nur wenige Jahre. Schon Mitte der achtziger Jahre bestimmen wieder Angebot und Nachfrage den Kurs. 2011 kommt es erneut zu einem Preishoch. „Ganz anders als bei der von den Brüdern Hunt ausgelösten Spekulationsblase wurde dieses durch mehrere Faktoren verursacht“, schildert der Experte. Eine durch die Eurokrise ausgelöste Skepsis am Währungssystem lässt das Interesse steigen. Zudem treiben die Entwicklung neuer Branchen und eine wiederaufkommende Neugier an Silber als Anlageprodukt den Aufwärtstrend an.

„Als mehrwertsteuerpflichtige Anlage rentiert sich die Investition in Silber für Privatpersonen erst, sobald eine große Differenz zwischen An- und Verkaufspreis und somit eine entsprechende Gewinnzone entsteht. Als Alternative ist der Kauf von differenzbesteuerten Silberbarren oder klassischem Gold zu empfehlen“, erklärt Dominik Lochmann (unten im Bild) abschließend.

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Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team