Dispo-Kredit – Raus aus der Schuldenfalle Thinkstockphotos.de
  • Jörg Birkel

Dispo-Kredit – Raus aus der Schuldenfalle

Die ungeplante Reparatur für das Auto, der teure Fernseher muss abbezahlt werden und auf dem Konto sah es auch schon mal besser aus. Oft scheint nur der Dispo-Kredit helfen zu können. Dieser wird jedoch immer teurer, wie jetzt eine Untersuchung der Stiftung Finanztest ergab. Welche Alternativen es zum Dispo gibt und wie Sie aus dem Minus herauskommen erfahren Sie hier.

VON RAPHAEL BRÜGGER

In der Studie wurden 1538 Banken auf die Höhe ihrer Zinsen auf Dispo-Kredite untersucht. Gefunden wurden dabei Zinssätze bis zu 14,75 Prozent. Finanztest kritisiert, dass die Zinsen viel zu hoch seien und nicht dem aktuellen Leitzins der EZB (0,5 Prozent) entsprächen. Des Weiteren wurde beanstandet, dass viele Banken ihre Kredithöhen gar nicht erst preisgeben, obwohl sie dazu verpflichtet seien. Durch diese fehlende Transparenz sei die Gefahr, in die Schuldenfalle zu geraten noch größer, da dies den Vergleich verschiedener Banken erschwere.

Dispo sollte kein Dauerzustand sein!

„Der Dispo ist nur für einen kurzfristigen Engpass gedacht“, betont Commerzbank-Chef Martin Blessing. „Wer längerfristig finanzieren will, kann seine Schulden jederzeit in einen Kredit umschulden, der dann auch deutlich günstiger ist“, heißt es weiter.

Die Dauer der Verschuldung ist also entscheidend. Kommt das Gehalt drei Tage zu spät ist ein Dispo natürlich sinnvoll. Den neuen 2000 Euro Fernseher sollte man jedoch lieber auf anderem Wege finanzieren, oder ihn erst gar nicht kaufen, falls man ihn sich nicht leisten kann. Findet man auf dem Kontoauszug dauerhaft große rote Zahlen, wird es teuer!

Ein Rechenbeispiel: Stehen Sie für ein Jahr mit 1000 Euro im Dispo zum höchsten, vom Finanztest gefundenen, Zinssatz (14,75 Prozent), kostet Sie das fast 150 Euro. Für einen Ratenkredit fallen jedoch zu sonst gleichen Bedingungen nur knapp 80 Euro an Kosten an. Hinzu kommt, dass die Zinssätze bei Ratenkrediten fast ausschließlich unterhalb der Zinssätze für Dispo-Kredite liegen. Die Ersparnis ist also ernorm.

Zinsfreie Ratenzahlungen locken oft in die Falle

Am besten ist es natürlich, wenn Sie gar nicht erst in die Situation kommen, das Konto zu überziehen. Natürlich gibt es Szenarien, in denen man schnell Geld benötigt und um den Dispo nicht umher kommt. Die effektivste Methode den hohen Zinsen aus dem Weg zu gehen ist jedoch zu sparen oder eben nicht mehr Geld auszugeben als man hat. Oft verlocken jedoch zinsfreie Ratenzahlungen zum Beispiel in Elektrogeschäften zum Kauf großer Geräte. Verpflichtet man sich allerdings für zwei Jahre eine Rechnung abzubezahlen läuft man Gefahr, durch diverse unplanbare Umstände irgendwann mit den Zahlungen in Rückstand zu geraten.

Gibt es einmal keine Alternative zum Geld leihen, dann sprechen Sie mit Ihrem Finanzberater oder einem Angestellten Ihrer Bank. Lassen Sie sich Finanzierungsmodelle vorrechnen und wägen Sie verschiedene Möglichkeiten ab. Sein Konto zu überziehen ist zwar eine verlockend einfache Möglichkeit an Geld zu kommen, genau so schnell steigen jedoch auch die Schulden.

Wie komme ich raus aus der Schuldenfalle?

Eine Möglichkeit seine Schulden in den Griff zu bekommen ist die sogenannte Umschuldung. Hier werden die Dispo-Schulden in einen Ratenkredit umgewandelt. Die hat viele Vorteile. Die Höhe des Zinsbetrags ist insgesamt niedriger, da zum Beispiel die Zinssätze geringer sind. Außerdem sind diese Zinssätze, anders als beim Dispo-Kredit, stabil. Mit monatlich gleichbleibenden Ratenzahlungen kann viel besser kalkuliert werden, man kann sich also einen geordneten Tilgungsplan erstellen.

Fazit: Raten von Dispo-Krediten sind sehr hoch. Vermeiden Sie also möglichst, Geld auszugeben, das Sie nicht besitzen. Sollten Sie sich dennoch Geld leihen müssen und das über einen längeren Zeitraum, so greifen Sie lieber auf Ratenkredite zurück. Diese sind leichter zu planen und günstiger.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team