Bitcoins: Aufstieg und Fall einer Phantom Währung thinkstockphotos.de
  • Christian Riedel

Bitcoins: Aufstieg und Fall einer Phantom Währung

Wenn man viele Dinge online kauft, wäre eine eigene Internet-Währung doch eigentlich eine Vereinfachung, um Steuern oder Gebühren zu sparen. Die so genannten Bitcoins könnten so eine Lösung sein. Nach einem rasanten Aufstieg folgt momentan aber auch der Sturzflug der Internet-Währung.

Bitcoins, also digitale Münzen, sind eine virtuelle Währung, mit der man im Internet Geschäfte tätigen kann. Da das Internet und der Online-Handel stetig an Bedeutung gewinnen, war es nicht verwunderlich, dass auch der Kurs der Bitcoins lange rasant anstieg. So hatten die Internet-Münzen zwischen Oktober 2012 und April 2013 einen Wertzuwachs von 1.051 Prozent. Konkret ausgedrückt wuchs der Wert jedes Bitcoins von 10,62 auf 122,2 US-Dollar. Teilweise kletterte der Kurs sogar auf 266 Dollar. Doch mit der Herrlichkeit scheint es bereits vorbei zu sein. In den letzten Wochen fiel der Kurs der virtuellen Währung um rund 60 Prozent. Experten rätseln über die Gründe.


Was sind Bitcoins?


Das digitale Geld gibt es seit 2009 und kann wie jede andere Währung auch auf Handelsplattformen um Netz wie Euro oder Dollar gehandelt werden. Man tauscht sozusagen Euro, Dollar oder Yen gegen virtuelles Geld. Dieses landet dann in seinem persönlichen „Wallet“, einer Art Geldbeutel im Internet, wobei man hierfür eine entsprechende Software herunterladen muss. Der Kurs der Bitcoins richtet sich dabei wie bei allen anderen Währungen nach Angebot und Nachfrage. Lange Zeit wusste kaum jemand, dass es die Internet-Währung überhaupt gibt. Die Bitcoins werden dabei von Computern erzeugt, wobei für die Herstellung strenge Auflagen erfüllt werden müssen. Ebenso wie das echte Geld wird die Internet-Währung durch hochmoderne mathematische Formeln vor Fälschungen und Manipulationen geschützt.




Und ebenso wie beim richtigen Geld ist auch beim Bitcoin die Geldmenge gedeckelt. Momentan sind rund acht Millionen Bitcoin in Umlauf. Bis 2032 soll die Menge auf 21 Millionen Bitcoins erhöht werden. Mit dieser Verknappung soll eine Inflation vermieden werden.

Aufstieg und Fall


Mit der beginnenden Zypern-Krise setzte ein wahrer Run auf die Bitcoins ein. Die Kapitalflucht der Anleger sorgte dafür, dass der Bitcoin in den Fokus der Finanzwelt rückte und als eine Art Rettungsanker galt. Zudem wächst die Anzahl der Händler, die den Bitcoin als Währung akzeptieren. Es gibt mittlerweile fast gar nichts mehr, was man nicht mit der virtuellen Währung kaufen könnte, obwohl sie noch niemand in der Hand gehabt hat. Allerdings gibt es in Deutschland bisher kaum Händler, die die Bitcoins tatsächlich akzeptieren. Auch die großen Versandhändler wie Amazon oder Zalando verweigern sich bisher der Internet-Währung. Der wichtigste Punkt ist aber, dass man sehr leicht darauf zugreifen kann. Man kann von jedem internetfähigen Computer der Welt auf seine Coins sehen und damit machen, was man will.



Experten haben aber schon länger davor gewarnt, dass auch Bitcoins nur eine Blase sind, die irgendwann einmal platzen kann. Gerde bei einer neuen Währung schwingt immer eine Unsicherheit mit, die dafür sorgen kann, dass viele Anleger schnell wieder abspringen, was den Kurs der Währung einbrechen lässt. Auch die Angst vor Hackern und abnorme Kursausschläge bringen eine große Portion Unsicherheit mit sich. Im Vergleich sind die Bitcoins eine sehr kleine Währung, daher haben kleine Einflüsse auch eine sehr große Wirkung auf den Kurs. Dies gilt es zu bedenken, wenn man selber in die Internet-Münzen investieren will.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team