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  • Christian Riedel

Richtig anlegen: Profit mit dem Alter

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Das muss aber nicht immer ein Nachteil sein. Denn wenn man weiß wie und sein Geld klug investiert, können Anleger von der Überalterung profitieren.

Zwei Faktoren sorgen hauptsächlich dafür, dass der demographische Wandel immer weiter voranschreitet und die Gesellschaft überaltert. Zum einen sinkt die Geburtenrate. Zum anderen werden wir immer älter. Die Lebenserwartung bei Männern beträgt heute etwas mehr als 82 Jahre, die der Frauen sogar beinahe 86 Jahre. Dank der guten Lebensbedingungen und einer besseren medizinischen Versorgung ist ein Ende hier nicht absehbar. Auch in anderen Ländern überaltert die Gesellschaft immer mehr. Davon profitieren in erster Linie Gesundheitsfirmen und Klinikbetreiber. Aber auch der kleine Anleger kann beim Geschäft mit dem Alter mitverdienen.



Probleme und Chancen


Auf die Sozialkassen kommt durch die Überalterung ein großes Problem zu, da immer weniger Menschen einzahlen während immer mehr Menschen versorgt werden müssen. Auf der anderen Seite bietet die weltweite Vergreisung auch Chancen, sich ein großes Stück vom Finanzkuchen abzuschneiden. Wenn man auf die richtigen Aktien setzt.


Gesundheit als Wachstumsmarkt


Vom demographischen Wandel profitieren in erster Linie Anbieter aus der Pharma-Branche, der Medizintechnik und Klinik- und Pflegeheimbetreiber. Schließlich nehmen Krankheiten mit dem Alter zu. Mehr kranke Menschen bedeuten für Anbieter aus dem Pharma- und Klinikbereich mehr Menschen, die für die Produkte und Dienstleistungen Geld ausgeben. So profitieren beispielsweise Unternehmen wie der Dialysekonzern Fresenius, der US-Pharma-Riese Baxter International oder der Implantatehersteller Zimmer Holdings bereits heute von der Überalterung der Gesellschaft.



Man gönnt sich ja sonst nichts


Auch Hersteller von Luxus- und Konsumgütern könnten vom Wandel profitieren, da die Senioren heute mehr denn je bereit sind, Geld für sich und das persönliche Wohlgefühl Geld auszugeben. Statt für die Nachkommen zu sparen, möchten viele Rentner ihren Lebensabend genießen und geben dafür Geld aus. Besonders wenn keine Nachkommen vorhanden sind, leisten sich viele Senioren Luxusgüter, die viel Geld kosten.


74 Prozent Wachstum erwartet


Schon 2011 bildete die Gesundheitsindustrie mit rund 260 Milliarden Euro den größten Wirtschaftszweig in Deutschland. Da bis zum Jahr 2030 wohl rund 3,3 Millionen Menschen pflegebedürftig sind, was rund eine Million mehr ist als es heute der Fall ist, dürfte dieser Bereich auch nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger noch weiter zulegen. Laut Roland Berger könnte der Wirtschaftszweig alleine bis zum Jahr 2020 um 193 Milliarden Euro oder 74 Prozent auf 453 Milliarden Euro zulegen.


Dreifacher Profit


Der Gesundheitssektor profitiert dabei gleich dreifach von der demographischen Entwicklung. Zum einen steigt mit zunehmendem Alter die Zahl der Patienten steigt. Zum zweiten steigt mit zunehmendem Alter auch der Umsatz pro Patient. Zum dritten versucht der Staat die ausufernden Kosten im Gesundheitssektor einzudämmen. Weniger Kosten bedeuten hier für die beteiligten Unternehmen einen höheren Profit.


Wertzuwachs


Hier profitieren vor allem private Klinikbetreiber, die im Gegensatz zu vielen öffentlichen Einrichtungen profitabel arbeiten. Auch Zulieferer von Technologien, Geräten und Dienstleistungen profitieren von der Überalterung. Dabei ist das Risiko für die Unternehmen sehr klein, da jetzt schon absehbar ist, wie sich die Gesellschaft in den kommenden Jahren und Jahrzehnten entwickeln wird. Gerade die Aktien der oben bereits genannten Unternehmen Fresenius, Baxter und Zimmer Holdings konnten in den letzten Jahren um ein Vielfaches an Wert zulegen. Und es ist davon auszugehen, dass die Wertpapiere in den kommenden Jahren noch deutlich zulegen werden.



Die Überalterung der Gesellschaft mag für viele Bereiche ein Problem werden. Für den Gesundheitsmarkt ist es eine Goldgrube. Und wer rechtzeitig investiert, kann sich mit einem guten Gefühl auf den eigenen Ruhestand freuen.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team