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  • Jörg Birkel

Droht Deutschland eine Immobilienblase?

Geld ist so billig wie noch nie. Eine Baufinanzierung ist mit Zinsen deutlich unter 3 Prozent zu realisieren. In Ländern wie Spanien, Irland oder den USA hat eine ähnliche Situation zu einer Immobilienblase geführt, weil sich die Menschen dort beim Kauf überschuldet haben.
Billiges Geld bedeutet nämlich auch, dass die Immobilienpreise steigen. Wer sich heute für 3 Prozent Geld bei der Bank leiht, zahlt entsprechend niedrige Raten für den Kredit. Allerdings heißt das nicht, dass die Zinsen auf dem Niveau bleiben. Deshalb ist es sinnvoll beim Darlehnsabschluss die niedrigen Zinsen fest zu schreiben.


Zinsen sind so niedrig wie noch nie

Damit hat man zumindest für 10 bis 15 Jahre die Sicherheit, dass sich an der Rückzahlung nichts mehr ändert. Nach dieser Zeit werden jedoch die Karten neu gemischt. Steigen die Zinsen wieder, wird die Anschlussfinanzierung erheblich teurer. Macht man sich rechtzeitig über die Anschlussfinanzierung Gedanken, stellt das erstmal kein großes Problem dar.
Vor dem aktuellen Hintergrund, kann es aber eines werden. Bedingt durch das niedrige Zinsniveau steigen die Immobilienpreise. So lange das Zinsniveau niedrig bleibt, sollte sich das in einer Finanzierung ausgleichen. Immobilien bleiben also weiterhin eine interessante Geldanlage.

Konservative Finanzierung

Geht man bei der Finanzierung nämlich an sein persönliches Limit, kann einem die Zinssteigerung nach Ablauf der Zinsfestschreibung das Genick brechen. Bereits wenige Punkte hinterm Komma oder gar ein bis zwei Prozentpunkte machen einen großen Unterschied. Und plötzlich kann das Darlehn nicht mehr bedient werden.
Passiert das einzelnen, stellt das Gesamtwirtschaftlich sicherlich kein Problem dar. Leihen sich aber viele Menschen billiges Geld und kaufen für ihre Verhältnisse zu teure Immobilien, kann das zu einer Immobilienkrise führen. In Deutschland scheint das Kaufverhalten aber zögerlicher zu sein als in besagten Ländern.
Trotz der gefallenen Zinsen verschulden sich Immobilienkäufer und Bauherren nicht wesentlich höher als noch vor zwei Jahren, berichtet der Baufinanzierungsvermittler Interhyp in einem Medienbericht. Statt höhere Kreditsummen aufzunehmen, würden Käufer mehr Eigenkapital in ein Haus oder eine Wohnung stecken, um eine Überschuldung zu vermeiden. In der aktuellen Phase steigender Kaufpreise würden Bauherren und Immobilienkäufer eher auf eine konservative Finanzierung mit langen Laufzeiten, hoher Tilgung und einem relativ hohen Eigenkapitalanteil setzen.
Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team