Wertanlage Briefmarken – ein Auslaufmodell? thinkstockphotos.de
  • Christian Riedel

Wertanlage Briefmarken – ein Auslaufmodell?

In Zeiten von E-Mails, SMS und Chats schreibt kaum noch jemand einen Brief. Dennoch hoffen einige Anleger, mit Briefmarken eine gute Wertanlage aufbauen zu können. Doch wie zeitgemäß ist dieses Hobby und wie wertvoll ist die Briefmarkensammlung heute noch?
Früher gehörte es fast schon zum guten Ton, dass ein Junge seine eigene Briefmarkensammlung hatte. Damit konnten sie zum einen eine Sammelleidenschaft befriedigen, zum anderen eine sinnvolle Wertanlage schaffen. Groß war die Enttäuschung, wenn sich das vermeintlich wertvolle Album als wertlose Sammlung entpuppe. Denn den Listenpreis, wie im Lexikon angegeben, zahlte schon früher niemand.

Wertverfall


Bis heute ist der Wert der Briefmarken noch weiter gefallen. So wird für eine komplette und gut erhaltene Sammlung aller bundesdeutschen Briefmarken von 1949 bis heute noch maximal 1.100 Euro bezahlt. Es wurden einfach zu viele Briefmarken gedruckt, um eine komplette Sammlung wirklich wertvoll zu machen. Das Angebot übertrifft zudem die Nachfrage, da heute die Sammlungen vom Händler kaum noch verkauft werden können. Dadurch übertrifft der Kaufpreis den Wert der Sammlung in der Regel deutlich. Auch die meisten Ersttagsbriefe und Ersttagsblätter sind aus denselben Gründen keine Wertanlage.

Für die meisten willkürlich zusammengestellten Motivsammlungen wie Fußball- oder Tiermarken, die von Händlern angeboten werden, gilt überwiegend das gleiche. Hier siegt die Sammelleidenschaft über die Wertanlage deutlich. Für ein volles Album Fußballmarken wird man kaum mehr als 100 Euro erzielen können. Dies gilt auch für Briefmarken aus dem Ausland, die nach 1960 gedruckt wurden, da diese einfach keinen Seltenheitswert haben.

Werterhalt und Wertsteigerung


Wie bei so vielem gilt auch bei Briefmarken, dass sie etwas Einzigartiges oder einen Seltenheitswert haben müssen. Daher sind auch Fehldrucke ein äußerst begehrtes Sammlerstück. Mit so einem Exemplar kann man auch eine gute Rendite erzielen. Sofern man es als Sammler übers Herz bringt, das Prunkstück seiner Sammlung zu veräußern. Die teuerste Briefmarke der Welt, die schwedische „gelbe Treskilling“ wurde bereits 1996 für 2,5 Millionen Schweizer Franken versteigert. 2010 wurde sie erneut verkauft. Käufer und Verkaufssumme sind unbekannt, doch man kann sicher sein, dass der Preis den von 1996 deutlich übersteigt.

Fazit: Um mit Briefmarken wirklich Geld verdienen zu können, braucht man viel Zeit, ein gutes Gespür für wertvolle Marken, Erfahrung und Geduld, bis die Marken ihren Wert gesteigert haben. Zudem braucht man etwas Glück, um einen liquiden Käufer zu finden. Für den normalen Anleger sind Briefmarken höchstens ein Hobby, aber kein Mittel um ein Vermögen aufzubauen.
Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team