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  • Christian Riedel

Lebensversicherung – kündigen oder verkaufen?

Eine Lebensversicherung dient neben der Absicherung im Todesfall auch als Kapitalanlage. Wenn die Lebensversicherung aber nicht mehr bezahlt werden kann, geht viel Geld verloren. Hier muss man eine Entscheidung treffen, ob man die Kapitalanlage besser kündigen oder verkaufen sollte.

Eine Lebensversicherung zu kündigen, ist nicht nur schwierig, sondern in der Regel auch ein ziemlich teures Verlustgeschäft. Auch wenn man jahrelang Beiträge einbezahlt hat, bekommt man im Fall der Kündigung nur den vom Versicherer ermittelten Rückkaufswert. Dieser ist zunächst deutlich niedriger als die Höhe der eingezahlten Beiträge. In der Regel erreicht der Rückkaufswert erst ab dem 15. Jahr nach Abschluss die Höhe der eingezahlten Beiträge. Unter Berücksichtigung der Geldentwertung hat man aber auch in diesem Fall noch ein Verlustgeschäft.

Zudem werden bei einer Kündigung und der Auszahlung des Rückkaufswerts noch Steuern fällig. Dies gilt für alle Policen, die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden und noch keine 12 Jahre bestehen. In diesem Fall muss der so genannte Unterschiedsbetrag, also der Rückkaufswert minus der gezahlten Beiträge, versteuert werden. Ist der Sparerpauschbetrag in diesem Jahr bereits ausgeschöpft, verringert sich der ausbezahlte Betrag also noch einmal zusätzlich.

Eine bestehende Lebensversicherung sollte also nur gekündigt werden, wenn es gar nicht mehr anders geht. Aber meistens geht es noch anders. Statt die Lebensversicherung zu kündigen, gibt es noch Alternativen.

Lebensversicherung verkaufen

Statt die Lebensversicherung zu kündigen, kann man sie auch verkaufen. Statt Geld zu verlieren, kann man hier einfacher Geld verdienen - sofern man einen Käufer findet.

In Deutschland gibt es Policenaufkäufer, die private Lebensversicherungen übernehmen. Diese übernehmen den Vertrag, zahlen weiterhin die Beiträge und kassieren dafür bei Vertragsende auch die Versicherungssumme. Im Gegenzug erhält der Verkäufer einen Verkaufspreis, der bis zu 10 Prozent über dem Rückkaufswert liegt. Im Gegensatz zur Kündigung verliert man hier lange nicht so viel Geld. Auch der Käufer kann profitieren, da der Kaufwert deutlich unter dem eigentlichen Wert der Versicherung liegt und der ausbezahlte Betrag nach Ablauf der Versicherung deutlich über dem Kaufpreis liegt. Langfristig gesehen ist der Profit sehr hoch.

Der Verkauf der Lebensversicherung hat im Vergleich zur Kündigung noch weitere Vorteile. Denn der Verkauf ist steuerfrei, auch wenn die Police noch keine 12 Jahre besteht. Gleichzeitig bleibt der Todesfallschutz erhalten, wenn auch in reduzierter Form. Der Todesfall wird zwar wie festgehalten ausbezahlt, der Käufer behält aber den gezahlten Kaufpreis sowie die eigenen bezahlten Beiträge plus Zinsen ein. Dennoch bleibt für die Hinterbliebenen zumindest ein Teil der Versicherungssumme übrig, was bei einer Kündigung nicht der Fall wäre.

Doch leider ist es oft nicht so einfach, seine Lebensversicherung zu verkaufen. Die meisten Käufer schlagen nur zu, wenn die Police eine Restlaufzeit von maximal 15 Jahren und einen Mindest-Rückkaufswert hat. Ob man einen Käufer findet, hängt letztlich davon ab, ob sich der Käufer eine lukrative Rendite verspricht. Dies ist nicht bei allen Policen der Fall.

Hat man eine lohnende Lebensversicherung zum Verkauf freigegeben, lohnt es sich zudem immer, verschiedene Angebote zu prüfen. Denn Verkaufssumme und ausbezahlte Beiträge können bei verschiedenen Policekäufern stark variieren.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team