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  • Marco Heibel

Geldanlage: Cost-Average-Effekt

Aktienfonds werden nicht von Jedem als sichere Geldanlage angesehen. Sind sie kurzfristig angelegt, mag das auch durchaus zutreffen. Doch gerade bei längeren und regelmäßigen Investments können sie sich durchaus rechnen. Das liegt unter anderem am Cost-Average-Effekt.

Unter dem Cost-Average-Effekt (oder Durchschnittskosteneffekt) versteht man einen Effekt, der sich bei der regelmäßigen Anlage gleichbleibender Geldbeträge in Fonds einstellt: Weil Wertpapiere marktbedingten Schwankungen ausgesetzt sind, erhalten langfristig orientierte Anleger ihre Anteile bei gleich bleibenden Raten im Durchschnitt günstiger, als wenn sie regelmäßig zu unterschiedlich hohen Preisen eine gleich bleibende Menge kaufen würden.

So funktioniert der Cost-Average-Effekt

Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Sie entschließen sich dazu, monatlich 200 Euro in einem Fondssparplan anzusparen. In jedem Monat kaufen Sie also neue Anteile im Wert von 200 hinzu. Liegt der Fondskurs in einem Monat beispielsweise bei 100 Euro, erhalten Sie für Ihr Geld zwei Anteile, liegt er bei 200 Euro, erhalten Sie in diesem Monat einen Anteil.

Wenn wir nun annehmen, dass der Kurs in acht Monaten bei 100 Euro pro Anteil liegt und in vier Monaten bei 200 Euro pro Anteil, dann haben Sie nach 12 Monaten 20 Anteile für insgesamt 2.400 erstanden. Würden Sie Ihre Anteile nun zu einem Kurs von beispielsweise 200 Euro verkaufen, erhielten Sie dafür 4.000 Euro und hätten einen Gewinn von 1.600 Euro erwirtschaftet. (Dieses Beispiel ist natürlich extrem und zudem drastisch vereinfacht. Normalerweise sind die Kurse weniger volatil und ermöglichen nicht derartige Margen).

Eine solche Anlagestrategie macht sich in der Regel auf lange Sicht bezahlt. Denn indem Sie jeden Monat über einen langen Zeitraum unabhängig vom Kurs den gleichen Betrag investieren, sichern Sie sich gegen die Folgen eines schlechten Timings ab. Vielmehr profitieren Sie bei einer langfristigen Anlage sogar zeitweise von schwächeren Kursen, weil Sie in einer solchen Phase mehr Anteile für das gleiche Geld erhalten. Nun muss „nur“ noch eines passieren: Die Kurse müssen steigen, damit Sie für Ihren langen Atem entlohnt werden und eine hohe Rendite einstreichen können.

Allerdings: Weil sich im Verlauf des Ansparens immer mehr Kapital ansammelt und die einzelnen Raten einen immer kleineren Anteil Ihres Anlagekapitals ausmachen, nimmt der Cost-Average-Effekt mit zunehmender Laufzeit auch immer weiter ab. Man sollte den Cost-Average-Effekt also nicht überbewerten. Er ist jedoch eines der vielen Beispiele dafür, dass sich längere Anlagezeiträume bei mittlerer Risikobereitschaft in der Regel auszahlen.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team