Bewerbungsratgeber: Verständlich Schreiben

Jörg Birkel / Technologie & Wissen
Bewerbungsratgeber: Verständlich Schreiben Foto: ©istockphoto.com/ViorikaViorika

Wer etwas Wichtiges zu sagen hat, macht keine langen Sätze. Dieser Werbeslogan bringt auf den Punkt, was einen guten Schreibstil ausmacht. Vor allem bei einer Bewerbung kommt es darauf an, verständlich zu schreiben und so die wichtigste Botschaft schnell rüber zu bringen.

Viele Personaler haben wenig Zeit, sich mit der Flut an Bewerbungen ausführlich auseinander zusetzen. Da ist es besonders unvorteilhaft, wenn man sich geschwollen ausdrückt. Auch wenn viele das so in ihrer Ausbildung gelernt haben und der Meinung sind, viele Fremdwörter und Fachausdrücke machen einen gebildeten Eindruck, kann dieser Schuss nach hinten losgehen.

Lange und verschachtelte Sätze machen ein Anschreiben eben nicht besser verständlich, sondern erschweren es dem Leser, die wichtigsten Informationen auf einen Blick zu erfassen. Ist der Text zu kompliziert oder langweilig geschrieben, lässt die Aufmerksamkeit beim Leser nach und die Inhalte bleiben nicht im Gedächtnis haften.

Eine Bewerbung ist Werbung für die eigene Person

Fatal, wenn man auf Jobsuche ist. Eine erfolgreiche Bewerbung ist dagegen mit einer guten Werbung vergleichbar. Lassen Sie sich davon ruhig mal inspirieren. Schließlich machen Sie bereits im Anschreiben Werbung für sich selbst. Werbeslogans sind kurz und einprägsam. Genauso sollten auch die Sätze in Ihrem Anschreiben sein, denn kurze Sätze sind leichter verständlich.

Ein Satz ist erst vollständig, wenn Sie kein Wort mehr streichen können. Prüfen Sie Ihr Anschreiben auf überflüssige Worte und streichen diese. So dünnen Sie den Text systematisch aus und schreiben verständlichere Texte. Der Grund dafür liegt in unserem Kurzzeitgedächtnis: Am schnellsten werden Hauptsätze mit 16 Silben verstanden.

Verständlich Schreiben heißt, kurze Sätze zu machen

Alles was darüber hinausgeht, verschlechtert das Verständnis. Das hat gar nichts mit Intelligenz zu tun. Bei professionellen Schreibern hat sich daher die 17-Wörter-Regel etabliert. Im Idealfall sollte kein Satz mehr als 17 Wörter haben. Bei der Deutschen Presseagentur (dpa) gelten 30 Wörter als absolute Obergrenze.

Zählen Sie mal nach. Hat ein Satz deutlich mehr Worte, sollten Sie diesen anders formulieren. Machen Sie zwei Sätze daraus. Lösen Sie Verschachtelungen auf. Das schafft verständlichere Texte. Das ist Ihre Aufgabe beim Schreiben. Es ist nicht Sache des Lesers, sich durch Ihre wirren Gedanken zu kämpfen. Auch wenn manch ein Professor das vielleicht von seinen Studenten erwartet.

Es geht bei einem Bewerbungsschreiben aber nicht darum, dem Personaler zu zeigen, wie toll man mit Fachbegriffen jonglieren kann. Vielmehr will man ja Werbung für sich machen. Der Leser eines Bewerbungsschreibens entscheidet über Ihre berufliche Zukunft. Etwas Mühe sollte man sich da schon geben. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und nehmen dem Empfänger Ihrer Botschaft die Arbeit ab. Das erhöht Ihre Bewerbungs-Chancen.

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