Zu dick für die Versicherung - BMI und Krankenversicherung Shutterstock/Martin Allinger
  • Christian Riedel

Zu dick für die Versicherung - BMI und Krankenversicherung

Der BMI ist vor allem den Menschen ein Begriff, die sich mit Übergewicht herumschlagen müssen. Tatsächlich nutzen auch viele Krankenversicherungen den BMI, um das Gesundheitsrisiko ihrer Patienten einschätzen zu können. Doch ob der BMI dafür wirklich geeignet ist, ist fraglich.

Übergewicht ist bekanntlich ungesund. Daher ist gerade für Private Krankenversicherungen schon vor der Vertragsunterzeichnung wichtig zu wissen, wie es denn um die Gesundheit und eben das Gewicht ihrer neuen Versicherungsnehmer bestimmt ist. Neben Blutdruck und Blutwerten wird daher eben immer auch der BMI gemessen.

 

Der BMI (kurz für Body-Mass-Index) bezeichnet das Verhältnis zwischen Gewicht und Körpergröße. Er wird errechnet, indem man das Gewicht durch die Körpergröße (in Meter) zum Quadrat ausrechnet. Ein 1,80 großer und 80kg schwerer Mann hätte demnach einen BMI von 80/1,8² = 24,7.

 

Entwickelt wurde der BMI im Übrigen nicht wie häufig angenommen von amerikanischen Krankenversicherungen, sondern von dem französischen Statistiker Adolphe Quételet bereits im Jahr 1871. Allerdings wurde dieser Wert von vielen Krankenversicherungen übernommen, um das Gesundheitsrisiko ihrer Klienten einschätzen zu können.

 

Was bedeutet der BMI?

 

Mit der Zahl, die jeder nun für sich errechnet hat, kann man nur dann etwas anfangen, wenn man sie auch einordnen kann. Dafür hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine entsprechende Skala erstellt, anhand derer man beurteilen kann, ob ein Mensch unter-, normal- oder übergewichtig ist. Vereinfacht gesagt ist man mit einem BMI von unter 18,5 Untergewichtig. Liegt der BMI zwischen 18,5 und 25 ist man normalgewichtig. Zwischen 25 und 30 hat man laut WHO Übergewicht und ab 30 ist man adipös, also stark übergewichtig. Entsprechend richten sich auch viele private Krankenversicherungen danach und weisen ihren Kunden entsprechende Tarife zu oder nehmen den Antrag erst gar nicht an.

 

Kritik am BMI

 

Der BMI gibt leider nur das Verhältnis zwischen Gewicht und Körpergröße an. Allerdings macht er keine Angaben, wie gesund ein Mensch ist oder zu welchem Anteil sein Körper aus Muskelmasse oder Fett besteht. Ein Kraftsportler beispielsweise hat aufgrund seiner großen Muskelmasse einen BMI, mit dem er auf jedem Fall als übergewichtig eingestuft werden würde.

 

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Berücksichtigung der Körpergröße. Größere Menschen haben bei vergleichbarer Körperfülle oft einen höheren BMI als klein gewachsene Menschen. Auch das Alter und das Geschlecht werden beim BMI nicht direkt berücksichtigt.

 

Alternativen zum BMI

 

Besser als der BMI zur Risikobestimmung wäre in jedem Fall eine Körperfettanalyse. Eine andere Methode wäre die Bestimmung der so genannten Waist-to-Height-Ratio, also das Verhältnis zwischen Taille und Körpergröße. Denn das meiste schädliche Fett liegt am Bauch und andere Hüfte. Und da sich das Körperfett meistens am Bauch und an der Hüfte ansammelt, ist bei Menschen mit einer schmalen Taille die Wahrscheinlichkeit größer, dass der gesamte Mensch gesünder ist.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team