Business-Knigge China – Teil 1: Verhalten bei Geschäftsterminen istockphoto.com/Thomas_EyeDesign
  • Marco Heibel

Business-Knigge China – Teil 1: Verhalten bei Geschäftsterminen

China ist mittlerweile die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Daher wird der richtige Umgang mit chinesischen Geschäftspartnern immer wichtiger, erst recht, wenn Sie dort zu Gast sind. Hier ist ein kleiner Business-Knigge für China.

 

Als Europäer stehen Sie außerhalb der chinesischen Hierarchie. Deswegen wird man von Ihnen keine allzu intensiven Kenntnisse der chinesischen Sitten und Gebräuche erwarten. Nichtsdestotrotz können Sie aber durchaus „punkten“, indem Sie Ihrem Gegenüber zeigen, dass Sie sich mit den Sitten seines Landes auseinandergesetzt haben.

China: ein Land der Widersprüche?

Wie passen Zurückhaltung in der Konversation auf der einen und Rempeln und Schreien in Menschenansammlungen auf der anderen Seite zusammen? Diese Widersprüche sind in der chinesischen Geschichte begründet. Das Rempeln etwa ist noch ein Überbleibsel aus der Zeit der Kulturrevolution, als möglichst „proletarisches“ Verhalten von der Führung verordnet wurde. Das „Wahren des Gesichtes“ und die Höflichkeit haben ihren Ursprung noch in der Zeit der alten Dynastien. Im modernen China kommt es oft zu einer Vermischung, die mal mehr (etwa beim Essen oder im Alltag) und mal weniger (etwa bei Geschäftsterminen) befremdlich wirken kann.

Business-Knigge China: Begrüßung

Höfliche Chinesen neigen zur Begrüßung ihren Oberkörper etwa um 40 Grad nach vorn und halten Ihnen mit beiden Händen Ihre Visitenkarte entgegen. Nehmen Sie sie ebenfalls mit beiden Händen entgegen, lesen Sie sie und behalten Sie die Karte in der Hand oder legen Sie sie vor sich auf dem Tisch. Die Visitenkarte Ihres Gegenübers sofort wegzustecken, gilt dagegen als despektierlich. Werden Sie mit einer solchen Verbeugung begrüßt, bringen Sie Ihrem Gegenüber die gleiche Höflichkeit entgegen.

Da Sie ein Gast aus dem Westen sind, wäre es nicht unüblich, wenn Ihr chinesischer Gegenüber Ihnen seine Hand bietet und eine Verbeugung nur andeutet. Tun Sie es ihm nach. Achten Sie aber darauf, nicht zu fest zu drücken. Ein fester Händedruck gilt in China nämlich nicht als Zeichen von Entschlossenheit, sondern als Unhöflichkeit. Vermeiden Sie zudem einen zu langen Blickkontakt.

Wenn Ausländer zumindest ein paar Brocken der Landessprache beherrschen, bringt das immer ein paar Sympathiepunkte. Durch ein „Ni Hao“ („Guten Tag“) signalisieren Sie, dass Sie sich mit dem Land beschäftigt haben. 

Business-Knigge China: Verhandlungen und Gespräche

„Eile mit Weile“ ist das Motto der Chinesen in Verhandlungen. Sie lassen sich ungern in die Karten schauen und vermeiden Gefühlsregungen. Das sollten Sie akzeptieren und sich darauf einstellen. Sprechen Sie ruhig, formulieren Sie mit Bedacht und haben Sie vor allem Geduld. Seien Sie auch bereit, langfristig eine Beziehung aufzubauen, ehe Sie ein Geschäft abschließen.

Zudem ist Bescheidenheit gerade in Asien eine Tugend. Treten Sie also nicht zu selbstbewusst auf. Wie schon bei der Begrüßung, wird auch im Gespräch ein fester Blick in die Augen eher als aufdringlich, wenn nicht gar als bedrohlich wahrgenommen.

Auch beim scheinbar unverfänglichen Small Talk sollten Sie bedacht vorgehen. Lassen Sie kritische Themen (Politik, Menschenrechte in China) außen vor. Werden Sie auch nicht zu privat. Reden Sie über „Klassiker“, wie Wetter, Sport oder Reisen.

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