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  • Christian Riedel

Hilft Süßes gegen Stress?

Ist der Stress im Job besonders groß, hilft oft nur noch der Griff in die Keksdose. Schließlich helfen Süßigkeiten gegen Stress. Leider macht sich das auch schnell auf der Waage bemerkbar. Aber stimmt das auch oder kann man den Zucker auch weglassen?

Wenn der Chef wieder Druck macht, die Arbeit sich auf dem Schreibtisch auftürmt und permanent das Telefon klingelt, ist Stress vorprogrammiert. Viele versuchen, die Nerven mit einem Stück Schokolade wieder zu beruhigen. Schließlich ist Schokolade Nervennahrung. Laut einer in der Apotheken-Umschau veröffentlichten Studie verändert Stress das Essverhalten bei rund 80 Prozent der Menschen. Während rund 30 Prozent mehr Nahrung zu sich nahm, verzichtete fast die Hälfte weitgehend darauf, etwas zu essen. Gesund ist beides nicht. Die 30 Prozent, die mehr aßen, griffen dabei vermehrt auf sehr energiereiche Lebensmittel zurück, sie aßen also mehr Fett und vor allem mehr Zucker. Vor allem Frauen und ohnehin Übergewichtige lassen sich durch die negativen Gefühle zum Essen verleiten. Dass zum Stress dann noch Unzufriedenheit mit der Figur dazu kommt, verbessert die psychische Situation der Betroffenen natürlich nicht gerade.



Warum Zucker?


Schokolade und Kekse sind für viele Stressnahrung. Das ist auch leicht nachzuvollziehen. Denn Stress ist eine Abwehrreaktion des Körpers, wenn er sich bedroht fühlt. Der Organismus stellt sich auf Flucht oder Kampf ein. Dafür braucht er eine Menge Energie. Und die einfachen Kohlenhydrate in Keksen und Schokolade liefern genau diese schnell verfügbare Energie. Auch wenn wir am Schreibtisch nicht körperlich kämpfen oder fliehen müssen, verlangt der Organismus nach Energie, wenn er sich bedroht fühlt.


Die Psyche spielt mit


Auch die Psyche spielt bei der Ernährung eine Rolle. Denn wenn man permanent etwas leistet, möchte man sich auch belohnen. Nicht jeder belohnt sich mit einem schönen Salat. Die meisten greifen lieber zu der Kombination aus Zucker und Fett, da unns das einfach meistens besser schmeckt. Ein weiteres Problem ist, dass wir weitgehend nebenher essen. Wenn wir aber abgelenkt sind, nehmen wir den Geschmack nicht so deutlich wahr. Also brauchen wir mehr Schokolade, um den süßen Geschmack auch wirklich wahrnehmen zu können.



Schoko gegen Stress


Die eigentliche Frage ist aber, ob Schokolade gegen Stress hilft. Dies wird schon lange heiß diskutiert, ohne dass die Wissenschaftler bisher zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen sind. Zwar bildet der Organismus bei kohlenhydratreichen Mahlzeiten im Gehirn mehr vom Glückshormon Serotonin. Diese Zucker-Euphori hält aber nur sehr kurz an. Entscheidender könnte der Belohnungseffekt sein. Es fühlt sich einfach gut an, wenn Schokolade im Mund schmilzt, wenn man in einen Keks beißt oder sich die Cremefüllung im Mundraum verteilt. Das beruhigt und ruft positive Emotionen hervor und kann dadurch auch gegen Stress helfen. Allerdings klappt das nicht bei jedem. Problematisch sind auch die Schuldgefühle, die sich nach dem Genuss der kalorienreichen Naschereien bei vielen einstellen.



Essen gegen Stress


Stressessen ist zwar weit verbreitet, hilft aber nicht wirklich. Besser ist es, Stressfaktoren im Job zu finden und zu eliminieren. Gegen Stress können auch eher Magnesium, Eisen, Zink und B-Vitamine helfen. Auch eine gesunde Ernährung hilft dabei, den Körper gesund zu halten. Und ein gesunder Körper ist auch resistenter gegen Stress. Und wenn man sich regelmäßig bewegt und sich ausgewogen ernährt kann man sich auch eher ein Stück Schokolade gönnen.

Mehr zum Thema gesunde Ernährung: worldsoffood.de

 

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team