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  • Christian Riedel

Doping im Büro

Wenn bei Sportlern die Leistung nicht mehr stimmt, greifen einige zu Dopingmitteln, um sich für den nächsten Wettkampf fit zu machen. Aber auch immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland greifen zu Aufputschmitteln, wenn der Stress zu groß wird. Dabei riskieren sie ihre Gesundheit.

Stress im Beruf ist eine der Hauptursachen für psychische Probleme. Auch die Arbeit leidet darunter, wenn man sich permanent unter Druck gesetzt fühlt. Um den Dauerstress besser aushalten zu können und dabei weiter gute Arbeit zu leisten, greifen immer mehr Berufstätige zu leistungssteigernden Medikamenten. Wie viele Menschen tatsächlich zu Dopingmitteln am Arbeitsplatz greifen, ist nicht bekannt, doch wie eine repräsentative Studie der GfK im Auftrag der „Apotheken Rundschau“ mit knapp 2.000 Teilnehmern ergeben hat, kennt jeder Vierte in Deutschland Verwandte, Kollegen oder Freunde, die schon einmal zu Dopingmitteln gegriffen haben. Mehr als ein Drittel (35,9 Prozent) kann auch nachvollziehen, wenn man zu solchen Mitteln greift. Knapp 80 Prozent (77,8 Prozent) der Befragten lehnt Doping für sich selber rigoros ab.

Welche Mittel?

Am häufigsten greifen die Schreibtisch-Doper dabei zu Medikamenten, die die Leistung steigern sollen. Auch Mittel zu Stressbewältigung, Aufputschmittel oder Medikamente, die wach halten sollen, sind beliebt. Schließlich kann man mehr und länger arbeiten, wenn man weniger schläft.

Die Konsequenzen

Auf den ersten Blick kann man dank Arbeits-Doping mehr leisten. Doch langfristig riskiert man seine psychische und physische Gesundheit. Vor allem Leber und Niere werden durch den übertriebenen Medikamenten-Missbrauch in Mitleidenschaft gezogen. Schlafprobleme, Gewichtszunahme oder andere Nebenwirkungen sind ebenfalls möglich, abhängig vom Medikament. Zudem droht der Burnout, wenn man sich keine Auszeit mehr gönnt und nur noch arbeitet.

Medikamente nicht in Eigenverantwortung nehmen

Langfristig tut man weder sich selber noch seiner Arbeit einen Gefallen, wenn man es nicht schafft, den Stress am Arbeitsplatz in den Griff zu bekommen und stattdessen zu Dopingmitteln greift, auch wenn man möglicherweise kurzfristig seine Leistungsfähigkeit erhöht. Die Langzeitwirkung von Medikamenten kann man als Laie nicht absehen und es drohen irreparable Schäden. Insofern sollte man jegliche Einnahme von Arzneimitteln vorher mit seinem Hausarzt absprechen. Ansonsten droht, wie auch bei Spitzensportlern, die Disqualifikation.

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Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1.918 Frauen und Männern ab 14 Jahren.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team