Lohnt sich der Wechsel in die Private Krankenversicherung? Businessandmore.de
  • Jörg Birkel

Lohnt sich der Wechsel in die Private Krankenversicherung?

Entgegen allen Beteuerungen der Politik steigen die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) jährlich an. Das ist für viele Menschen ein Grund, über einen Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) nachzudenken.

Schließlich werden die Beiträge bei den Privaten Krankenversicherungen einkommensunabhängig berechnet. Einen Haken hat diese Überlegung jedenfalls, denn privat krankenversichern darf sich in Deutschland nur, wer entweder selbstständig ist oder als Angestellter mehr als 49.500 Euro im Jahr verdient.

Diese so genannte Beitragsbemessungsgrenze ist für die meisten eine unüberwindbare Hürde. Wer aber mit seinem Einkommen darüber liegt, hat die Qual der Wahl. Denn gerade für jüngere Menschen bieten Privatversicherer deutliches Einsparpotenzial bei besserer Versorgung. Umso jünger man zum Beitrittszeitpunkt ist, desto niedriger sind die monatlichen Beiträge.

Altersrückstellung bei der Privaten Krankenversicherung

Für ältere Menschen lohnt sich der Wechsel hingegen kaum noch, zumal die Beiträge im Alter deutlich ansteigen. Damit die Beiträge einen nicht erdrücken, hat der Gesetzgeber entschieden, dass Versicherungen eine Alterrückstellung bilden müssen, damit die Beitragserhöhungen im Alter moderater ausfallen. Umso früher man also in eine private Krankenversicherung wechselt, desto mehr Geld legt das Versicherungsunternehmen fürs Alter auf die Seite.

Wechselt man zu spät in die PKV, reicht die Altersrückstellung nicht aus und die zu erwartenden Beitragserhöhungen im Alter sind entsprechend hoch. Es ist also auch eine Frage des Eintrittsalters, ob sich der Wechsel lohnt. Zum anderen sollte man auch seine Lebensplanung im Hinterkopf behalten. Fakt ist, dass junge Menschen in der PKV gegenüber der GKV viel Geld sparen können und dafür sogar die bessere Absicherung genießen.

Ein Wechsel in die Private Krankenversicherung ist nicht ohne Risiken

Allerdings hat dieser Luxus auch eine Kehrseite: Die Absicherung gilt nur für einen selbst. Plant man im Laufe seines Lebens eine Familie zu gründen, kann einen der Wechsel in die Private Krankenversicherung teuer zu stehen kommen. Während in der GKV Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen kostenlos mitversichert sind, muss man in der PKV für jeden Einzelnen extra Prämien zahlen.

Selbst bei Paaren, bei denen einer der Partner in der GKV und der andere in der PKV versichert ist, gilt die kostenlose Mitversicherung für Kinder nicht. Auch in diesem Fall muss der privat Versicherte extra Prämien für jedes Kind bezahlen.

Eine weitere Überlegung sollte man ebenfalls anstellen: Ist man einmal in die Private Versicherung gewechselt, kommt man nicht mehr so leicht in die gesetzliche Versicherung zurück. Es sein denn, man wird in einem Angestelltenverhältnis wieder versicherungspflichtig, verdient also weniger als die Beitragsbemessungsgrenze.

Beiträge in der PKV sind einkommensunabhängig

Dass die Beiträge in der PKV einkommensunabhängig berechnet werden, kann übrigens auch problematisch werden. Bricht bei Selbstständigen mal eine Einnahmequelle weg, sinkt das monatliche Einkommen. Anders als bei der GKV wird der monatliche Beitragssatz aber nicht den verminderten Einkommensverhältnissen angepasst.

Fazit: Ob sich ein Wechsel in die Private Krankenversicherung lohnt, ist eine sehr individuelle Frage. Auf der einen Seite steht für jüngere Menschen ein erhebliches Einsparpotenzial bei gleichzeitig besserer Versorgung im Krankheitsfall. Auf der anderen Seite stehen Überlegungen wie Eintrittsalter, Einkommenssicherheit und Familiengründung.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team