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  • Christian Riedel

Warum Rauchstopp Stress abbaut

Viele rauchen, um Stress abzubauen. Doch wie eine britische Studie ergeben hat, hilft es viel mehr, das Rauchen aufzugeben statt sich eine Kippe gegen Stress anzuzünden.

Eine Raucherpause ist für viele Arbeitnehmer die einzige Möglichkeit, während der Arbeitszeit auch einmal zu entspannen oder Nervosität abzubauen. So glauben sie zumindest. In Wirklichkeit kann man Stress abbauen, wenn man aufs Rauchen verzichtet. Allerdings müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen darf man kein Genussraucher sein und zum anderen muss der Versuch, das Rauchen aufzugeben, erfolgreich sein.



Bei der Studie nahmen ausschließlich Raucher teil. Diese wurden von den Studienleitern Máirtín McDermott von der Florence Nightingale School of Nursing and Midwifery in London in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe rauchte zum Genuss, die andere, um Stress oder Nervosität abzubauen. Das zumindest glaubten sie. Doch laut McDermott verwechseln sie dabei die Ursache mit der Wirkung. Denn wenn man das Gefühl hat, ohne eine Zigarette nicht in den Tag starten zu können ist es in erster Linie der Entzug nach der nächtlichen Zigarettenpause, der einen nach der ersten Kippe des Tages greifen lässt. Dieses Gefühl hätte man aber erst nicht, wenn man gar nicht rauchen würde.



Alleine schon das Gefühl, auf die Zigarette verzichten zu müssen, erzeugt beim Stressraucher psychische Anspannung. Die Angst ist groß, keine Kippe mehr rauchen zu können. Das Gefühl, eine Zigarette zu brauchen, um Stress abbauen zu können, unterstützt diese Angst zusätzlich. Deswegen haben Zigaretten auch keine psychotherapeutische Wirkung. Eine Zigarette, so die Studienleiter, bekämpfen in erster Linie nur die Probleme, die man sich durchs Rauchen selber gemacht hat. Verzichten Raucher dagegen auf die Zigarette, kann sich das psychische Gleichgewicht stabilisieren. Nach rund sechs Monaten Rauchstopp stabilisiert sich das psychische Gleichgewicht. Werden die Raucher dagegen rückfällig, verstärkt sich die Angst, auf die nächste Zigarette verzichten zu müssen. Im Übrigen hatte der Rauchverzicht auch bei den Rauchern, bei denen zu Beginn der Studie eine mentale Erkrankung diagnostiziert worden war, ebenfalls einen positiven Effekt. Auch bei ihnen reduzierten sich die Ängste, wenn der Rauchstopp erfolgreich war.



Das galt allerdings nur für die Stressraucher. Bei den Genussrauchern hatte der Rauchstopp keine Auswirkung auf die Ängstlichkeit. Nichtsdestotrotz ist Rauchen zum Stressabbau nur eine Lüge an sich selber. Man nimmt sich nur eine Pause, um eine Zigarette zu rauchen. Die Pause entspannt und nicht die Zigarette. Wer einfach nur eine kurze Arbeitspause einlegt, ohne sich dabei eine Kippe anzuzünden, reduziert den Stress ebenso gut, ohne dabei seine Gesundheit zu gefährden.

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Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team