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  • Christian Riedel

Milliardenschäden durch Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing ist nicht nur ein Problem für die Betroffenen. Für die Wirtschaft entstehen durch die schlechte Behandlung der Kollegen Milliardenschäden.

Mobbing gehört in vielen Betrieben zum Büroalltag. In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Mobbing-Opfer fast verdoppelt, wie der Mobbing-Report der Bundesregierung ergab. Waren es im Jahr 2000 noch rund 800.000 Personen, wurden 2010 bereits rund 1,5 Millionen Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz von Chef oder Kollegen regelmäßig schikaniert. Die Zahl der zivilen Gerichtsverfahren wegen Mobbings hat sich im gleichen Zeitraum um 30 Prozent erhöht.

Das hat auch eine Hochrechnung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ergeben. Hier kam heraus, dass jede neunte Person im erwerbsfähigen Alter bereits gemobbt wurde.

Für den Betroffenen hat Mobbing weitreichende Konsequenzen. Psychologische und gesundheitliche Probleme sind häufige Folgen. Zu den psychischen Problemen zählen Nervosität, Depressionen, Angst-Anfälle, Selbstzweifel oder Konzentrationsstörungen. Halten die Mobbing-Attacken über einen längeren Zeitraum an, können die psychischen Probleme chronisch werden. Dann muss der Betroffene psychisch behandelt werden.

Mobbing kostet Milliarden

Für jedes Mobbing-Opfer ist der Psycho-Terror am Arbeitsplatz eine enorme Belastung. Aber auch der Arbeitgeber ist betroffen. Schließlich werden immer mehr Mobbing-Opfer krankgeschrieben. Rund die Hälfte aller gemobbten Arbeitnehmer erkrankt aufgrund der psychischen Belastung am Arbeitsplatz und muss krankgeschrieben werden. Die Hälfte davon fehlt länger als sechs Wochen am Arbeitsplatz. Also ein Viertel aller Mobbing-Opfer. Dadurch hat der Arbeitgeber große finanzielle Einbußen.

Wie beispielsweise die GEK mitteilt, belaufen sich die wirtschaftlichen Schäden, die durch Mobbing entstehen, für die Firmen auf jährlich zwischen 15 und 25 Milliarden Euro. Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) kostet jeder Fehltag den Arbeitnehmer zwischen 103 und 410 Euro. Nicht eingerechnet sind hier die Kosten, die durch eine mangelnde Arbeitsleistung des Betroffenen entstehen. Alleine aus diesem Grund sollten auch die Unternehmen ein großes Interesse daran haben, Mobbing am Arbeitsplatz weitgehend zu verhindern.

Was hilft gegen Mobbing

Neben Teambuildingsmaßnahmen durch den Arbeitgeber kann auch jeder Betroffene selber etwas gegen die Psycho-Attacken unternehmen. Oft kann es schon helfen, dem Täter Grenzen zu setzen und ihm mit einem „Stopp!“ aufzeigen, dass diese Grenzen übertreten wurden. Ansonsten fühlt sich der Täter in seinen Mobbing-Attacken bestätigt und hat keinen Grund aufzuhören. Der Betroffene kommt durch diese verbale Grenze aus seiner Opferrolle heraus. Zudem zeigt er seinem Peiniger, dass er kein leichtes Opfer mehr ist. Wichtig ist, dieses Gespräch zu dritt zu führen, da hier ein Unbeteiligter als Vermittler und Zeuge auftreten kann. Hören die Mobbing-Aktionen nicht auf, kann ein Gespräch beim Vorgesetzten oder beim Betriebsrat Hilfe bringen.

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Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team