Ist die Private Krankenversicherung eine Einbahnstraße? shutterstock.com
  • Christian Riedel

Ist die Private Krankenversicherung eine Einbahnstraße?

Auf den ersten Blick bietet die private Krankenkasse deutlich mehr Vorteile als die gesetzliche. Niedrigere Beiträge bei besserer Leistung machen die PKV zum Paradies für Versicherungsnehmer. Doch mit steigendem Alter steigen auch die Beiträge. Und ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenkasse gilt als schwierig. Oder etwa nicht?

Wer eine private Krankenversicherung abschließt, muss wissen was er tut. Denn auch wenn man zunächst viel Geld sparen kann und besser versorgt ist, können die Beiträge mit zunehmendem Alter explodieren. Beim Blick auf die Beiträge bereuen einige Versicherungsnehmer bereits den Schritt und möchten wieder ein die gesetzliche Kasse eintreten. Doch für viele Privatversicherte ist ein Wechsel zurück nur in Ausnahmefällen möglich.

Eine dieser Ausnahmen wäre, wenn der Versicherungsnehmer nicht mehr in der Lage ist, die gestiegenen Beiträge zu bezahlen. Übertreffen die Beiträge in der PKV die der GKV, streben viele zurück in die gesetzliche Versicherung. Für diesen Schritt würden laut einem „Spiegel“-Bericht Kunden auch Tricks anwenden. So gaben ungenannte Kassenmanager an, dass die Versicherungsnehmer mit ihren Arbeitgeber vereinbaren, eine geringere Stundenzahl zu arbeiten oder das Gehalt zu senken, um unter der Versicherungspflichtgrenze zu bleiben. Dies habe teilweise auch Erfolg.

Im Einzelfall kann das auch eine mögliche Lösung sein, sagt Ilona Köster-Steinebach, Referentin für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn der Arbeitnehmer kann sich nicht darauf verlassen, dass er nach dem Verzicht später wieder eine volle Stelle oder eine erneute Gehaltserhöhung bekommt. Zudem ist die Grundvoraussetzung für alle Wechselwilligen, die mehr als die Versicherungspflichtgrenze verdienen, dass man für einen Wechsel mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig gewesen sein muss. Daher nutzt auch ein kurzfristiger Gehaltsverzicht nichts, um sich wieder dauerhaft in der GKV zu versichern.

Ein Wechsel ist möglich, wenn man als Privatpatient vor dem 30. Lebensjahr ein Studium aufnimmt, arbeitslos wird oder als Angestellter weniger als die Versicherungspflichtgrenze verdient. Spätestens ab dem 55. Lebensjahr ist ein Wechsel nicht mehr möglich, wenn man in den fünf vorherigen Jahren nicht gesetzlich versichert war.

Da ein Wechsel nur schwer realisierbar ist, sollte man sich den Schritt in eine private Krankenversicherung gut überlegen. Zudem ist es wichtig, beim Abschließen der Police genau darauf zu schauen, wie sich die Versicherungsbeiträge voraussichtlich entwickeln werden.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team