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  • Jörg Birkel

Erfolgreiche Bewerbungen schreiben

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Das gilt auch für eine Bewerbung. Dennoch vertun viele Jobsuchende die Chance, mit einem individuellen Bewerbungsanschreiben zu überzeugen. Entscheidend ist ein kreativer Einstieg.

Statt ausreichend Zeit in ein individuelles und ansprechendes Anschreiben zu investieren, machen viele Bewerber den Fehler, nichts sagende Texte zu verfassen. Als Vorlage dient dabei häufig ein Bewerbungsratgeber. Vermutlich derselbe Ratgeber, den sich die durchschnittlich 300 Mitbewerber ebenfalls gekauft haben.

Bewerben kommt von Werbung

Wenn Sie einen Job wirklich wollen, sollten Sie sich aber nicht auf Textbausteine oder Vorlagen aus Ratgebern verlassen. Denn nur weil jemand anders mit einer Bewerbung erfolgreich war, muss das nicht für sie und schon gar nicht für die vielen Mitbewerber mit den immer gleichen Flosskeln gelten.

Sich bewerben, heißt Werbung für sich selbst machen. Das sollte Sie sich immer vor Augen halten und Ihre eigenen Formulierungen finden. Um erfolgreich zu sein, müssen Sie individuell sein und sich von anderen Abheben, auch in Ihren Texten. Individuell heißt aber nicht, sich über gängige Normen hinwegzusetzen. Es gibt Standards, an die Sie sich halten sollten. Kaffeeflecken und Eselsohren sind ebenfalls ein Tabu.

Was heißt denn nun individuell?

Es ist nicht zu empfehlen, bunte Überschriften, extravagante Schriftarten oder eine auffällige Formatierung zu verwenden. Individuell bezieht sich mehr auf die richtige Wortwahl. Bringen Sie direkt auf den Punkt, was ein Personaler über Sie wissen muss. Versuchen Sie Leseanreize zu bieten, damit andere Ihr Anschreiben gerne lesen und Lust auf mehr bekommen. Im Idealfall sollte der Empfänger Sie anschließend kennen lernen wollen.

Wenn Sie hingegen lange um den heißen Brei herum schwafeln, sinken Ihre Chancen. Versetzen Sie sich in den Leser Ihrer Bewerbung. Ein Personaler hat wenig Zeit und will sich nicht lange durch eine Textwüste durchquälen. Meist wird eine Bewerbung in der ersten Sichtung nur überflogen. Umso wichtiger ist es, dass die wesentlichen Informationen direkt genannt werden.

Auf den Punkt gebracht

Fassen Sie sich kurz. Im Zweifel legen Sie lieber jedes Wort auf die Goldwaage und streichen alles, was überflüssig ist. Das gilt insbesondere für Füllwörter. Werden Sie möglichst schnell konkret und vermeiden es, Dinge zu wiederholen, die bereits bekannt sind. Dazu gehören so Einstiegsfloskeln wie „mit großen Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung gelesen“. Offensichtlich haben Sie das, sonst hätten Sie die Bewerbung ja nicht geschrieben.

Nutzen Sie stattdessen lieber die Gelegenheit, einen kreativen Einstieg zu formulieren. Was qualifiziert Sie besonders für den Wunschjob? Lesen Sie zunächst die Stellenausschreibung genau durch und gewichten, welche Voraussetzungen gefordert sind. Vor allem sollten Sie herausfinden, was ein Unternehmen wirklich sucht? Und ob Sie die Voraussetzungen auch erfüllen. Im Zweifel ist aber genau das dann Ihr Einstieg im Anschreiben. Und dann bringen Sie ein paar handfeste Fakten.

Mehr muss ein gutes Anschreiben gar nicht erfüllen. Es soll dem Leser kurz und bündig einen Einblick ermöglichen, wer Sie sind und warum genau Sie der oder die Richtige für den Job sind. Ist das Interesse des Personalers aber erstmal geweckt, kann er im Lebenslauf oder in Ihren Arbeitszeugnissen mehr über Sie erfahren. Viel Erfolg.

Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team