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  • Christian Riedel

Zusatzstoffe in Lebensmitteln - eine kleine Einführung

Aromastoffe, Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel, Konservierungsstoffe – die Liste von Nahrungsmittelzusätzen ist lang. Nicht alle sind schädlich, manche nützlich. Hier gibt's eine kurze Übersicht.

„Grundsätzlich sind in der EU nur Zusatzstoffe zugelassen, die sicher in der Anwendung sind und für die es einen technologischen Bedarf gibt“, sagt Diplom-Oecotrohologin Anne Krenzin. Allerdings ist der Einsatz begrenzt. Für jeden Zusatzstoff gibt es eine Höchstmenge, die nicht überschritten werden darf.

Bei Zusatzstoffen ist Vorsicht geboten: „Einige Menschen reagieren überempfindlich auf manche Zusätze“, erklärt Krenzin. „Deshalb müssen sie in der Zutatenliste immer aufgeführt werden.“ Falls man weiß, dass man auf bestimmte Stoffe empfindlich reagiert, kann man diese so einfach vermeiden. „Auf dem Etikett müssen der Klassenname (z. B. Konservierungsmittel, Emulgator) sowie die chemische Bezeichnung oder die E-Nummer, die für diesen Stoff vergeben wurde, angegeben werden. Man kann also auf dem Etikett erkennen, welche Zusatzstoffe in diesem Lebensmittel enthalten sind“, sagt Krenzin.

Die Zusatzstoffe, die in Lebensmitteln am häufigsten zu finden sind, sind
• Antioxidationsmittel
• Farbstoffe
• Emulgatoren
• Stabilisatoren
• Geliermittel
• Verdickungsmittel
• Geschmacksverstärker
• Konservierungsmittel
• Süßungsmittel

Übrigens: Essig, Salz und Zucker sind Zutaten und gehören nicht zu den Zusatzstoffen, auch wenn sie zum Beispiel eine konservierende Wirkung haben.

Sind die Zusatzstoffe mit einer gesunden Ernährung vereinbar?

Je nachdem, ob man selber kocht, essen geht oder sich von Fertiggerichten ernährt, kann die Menge der aufgenommenen Zusatzstoffe zwischen ein paar Milligramm und mehreren Gramm pro Tag variieren. Je stärker ein Produkt verarbeitet wurde, desto mehr Zusatzstoffe sind in der Regel auch zugesetzt. Größere Mengen sind in der Regel in Fertigprodukten, Süßigkeiten, Desserts, Konserven und Backmischungen enthalten.

„Insgesamt sind in der EU momentan 316 Zusatzstoffe mit den unterschiedlichsten Funktionen zugelassen“, erklärt die Ernährungsberaterin. Bei dieser Masse kann man keine pauschale Aussage dazu treffen, ob ein Zusatz gut oder schlecht, nutzlos oder wichtig ist. Man muss vielmehr die einzelnen Stoffe betrachten. Auf einige Zusatzstoffe kann man kaum verzichten, beispielsweise auf Konservierungsmittel, die Lebensmittel beispielsweise vor Schimmel schützen. Auf andere Zusätze wie Farbstoffe könnte man problemlos verzichten. „Etwa die Hälfte der Zusatzstoffe wird als unbedenklich eingestuft“, sagt Anne Krenzin. Es gibt jedoch auch einige Stoffe, die umstritten sind, etwa diverse Geschmacksverstärker.

Um sich wirklich gesund zu ernähren, sollte man so oft wie möglich selber kochen und möglichst frische und unverarbeitete Produkte verwenden. Zudem enthalten auch täglich konsumierte Lebensmittel wie Brot, Käse und Wurst viele Zusatzstoffe. Diese Zusätze komplett zu vermeiden ist so gut wie unmöglich. Man kann aber versuchen, die Aufnahme zu reduzieren und auf die bedenklichen zu verzichten.

In zweiten Teil stellen wir die verschiedenen Zusatzstoffe en Detail vor
Dieser Beitrag stammt von und dem business & more-Team